„Wie mache ich bessere Fotos?“
„Warum wirken meine Fotos langweilig?“
„Wie entwickelt man einen fotografischen Blick?“
„Was macht ein gutes Foto aus?“
Die meisten Menschen machen heute tausende Fotos – und sind trotzdem unzufrieden mit ihren Bildern. Der Grund liegt oft nicht an der Kamera oder an fehlender Technik.
Gute Fotografie beginnt viel früher: bei der Entscheidung, welches Motiv überhaupt fotografiert werden soll.
Ein Zitat eines erfahrenen Magazin-Fotografen hat mir hier nochmals zusätzlich die Augen geöffnet.
Der Inhalt dieses Beitrags:
- Was wir von Andreas Feininger lernen können
- Warum viele Fotos nicht automatisch zu besseren Bildern führen
- Es geht darum, reflektiert auszuwählen
-
Fazit: Stelle dir bewusst diese eine Frage
Was wir von Andreas Feininger lernen können
Vor einiger Zeit habe ich in der Flohmarkt-Wühlkiste eines Buchhändlers einen alten, dicken Schmöker aus den 60ern entdeckt. Ein Buch über Farbfotografie – geschrieben von Andreas Feininger (1906-1999), einem ehemaligen Fotografen der legendären LIFE Magazine.
Vieles darin ist technisch natürlich längst überholt. Kapitel über Farbfilme z. B. habe ich übersprungen oder nur überflogen.
Und trotzdem: Der Kern des Buches hat mich überrascht. Denn die grundlegenden Prinzipien der Fotografie haben sich nicht verändert.
Eines seiner Zitate ist mir besonders hängen geblieben.
„Die Auswahl wie auch die Ablehnung eines Objekts ist die einflussreichste Kontrolle, die einem Fotografen zur Verfügung steht.“
Dieser Satz trifft einen Punkt, der oft unterschätzt wird: Fotografie beginnt nicht mit der Kamera. Sie beginnt mit einer Entscheidung.
Welches Motiv wähle ich – und welches lasse ich bewusst links liegen?
Denn: Wir leben in einer Zeit, in der wir ständig fotografieren können. Ohne Kosten. Ohne Limit.
Warum viele Fotos nicht automatisch zu besseren Bildern führen
Hast du noch mit Film fotografiert? Oder kennst du es von deinen Eltern?
Dann weißt du, wie kostbar damals jedes Foto war. Die 12er, 24er oder 36er-Filmrollen haben automatisch für Begrenzung gesorgt. Jedes Drücken des Auslösers wurde sorgfältig überlegt.
Dann kam die Digitalfotografie und mit ihr unbegrenzte Möglichkeiten. Ich kenne noch beide Welten. Viele vermissen diese Entschleunigung (auch mehr und mehr junge Menschen) und steigen wieder bewusst in die analoge Fotografie ein. Sie erfreut sich steigender Beliebtheit.
Hinzu kommt, dass wir von unzähligen Speichermöglichkeiten profitieren und dadurch logischerweise in der Dauerfotografie-Schleife festhängen. Fotos in der Cloud, Fotos am Smartphone, auf der
Festplatte, am eigenen kleinen Server.
Speicherplatz kostet fast nichts mehr und wir strapazieren den Auslöseknopf.
Das verleitet auch dazu, immer mehr Bilder zu machen. Jeder kleine Moment, jede entzückende Aussicht, jedes Kuriosum verleitet uns heute dazu ein Foto zu machen. Für Menschen, die bloß Erinnerungen festhalten möchten, kann das durchaus passen.
Für Menschen, die fotografisch ambitioniert sind oder sich weiterentwickeln möchten, ist es eine kleine Falle.
- Wer alles fotografiert, beginnt oft weniger genau hinzusehen.
- Das schnelle Auslösen ersetzt langsam die bewusste Beobachtung.
- Die Kamera wird manchmal zur Reaktion auf einen Moment — statt zur bewussten Entscheidung dafür.
- Wenn alles festgehalten wird, gilt oft nichts mehr wirklich als besonders.
Früher war Begrenzung technisch erzwungen. Heute muss sie bewusst gewählt werden.
Das ist eigentlich der zentrale Wandel der digitalen Fotografie.
Eine Methode, die dazu geeignet ist, die Bilderflut zu reduzieren, habe ich bereits in einem anderen Blogbeitrag beschrieben. Sie nennt sich "Gestalt - Information - Emotion":
es geht darum, reflektiert auszuwählen
Gerade am Anfang fotografiert man oft alles. Man probiert aus, testet, sammelt Eindrücke.
Und das ist auch gut so, um ein Gefühl für das Fotografieren zu bekommen.
Doch mit der Zeit verändert sich der Blick. Man wird wählerischer.
Man beginnt zu erkennen:
- wie sich Licht auf eine Szene auswirken wird
- ob Farben harmonieren oder sich beißen
- ob ein Motiv von Unruhe überlagert wird
- ob man überhaupt nahe genug am Motiv dran ist
Und genau hier liegt der Unterschied:
Erfahrene Fotograf:innen drücken nicht einfach ab. Sie entscheiden.
- Wenn das Licht nicht passt, wartet man.
- Wenn der Ort unruhig ist, sucht man eine andere Perspektive.
- Wenn die Situation nicht stimmig ist, kommt man später wieder. Oder man lässt es ganz.
Das klingt unspektakulär – ist aber einer der stärksten Hebel für bessere Bilder.
Denn jedes Foto, das du nicht machst, schärft deinen Blick für die Bilder, die wirklich zählen.
Und ganz nebenbei entziehst du dich der permanenten Bilderflut.
Nicht durch mehr Technik. Sondern durch bewusstes Wählen.
Fazit: Stelle dir bewusst diese eine Frage
Die wichtigste Kontrolle in der Fotografie liegt nicht in der Kamera, nicht in der Bearbeitung und auch nicht im Equipment. Sie liegt in deiner Entscheidung.
Was du auswählst und was du bewusst ablehnst.
Das Problem: Mehr Möglichkeiten führen nicht automatisch zu besseren Bildern.
Oft führen sie zu mehr Beliebigkeit.
Der eigentliche Unterschied entsteht nicht beim Drücken des Auslösers sondern davor.
Die entscheidende Frage ist nicht: Wie fotografiere ich das?
Frage dich vielmehr: Ist dieses Motiv es überhaupt wert?
Je klarer diese Entscheidung wird, desto besser werden deine Bilder. Und desto stärker wird deine fotografische Handschrift.
Nicht jedes Motiv verdient ein Foto.
Gute Fotografie entsteht oft durch bewussten Verzicht.
Der Blick eines Fotografen zeigt sich vor allem darin, was er nicht fotografiert.
Du hast einen Tipp für entschleunigte Fotografie oder möchtest etwas anmerken?
Hinterlasse gerne einen Kommentar!
Hallo, ich bin Alexandra!
Ich bin Bilderlieferantin und leidenschaftliche Fotokünstlerin und konzipiere mit meinen Bildmotiven Freudenbringer, die das Leben bunter machen – wie z. B. Wandbilder, Büchlein, Karten, Kalender. Außerdem gebe ich in meinen Lebenslust-Impulsen Erfahrungswerte in Sachen Fotografie, Kunst und Kreativität aus über 30 Jahren weiter.
Ich bin ein Papierfan, liebe die Natur in allen Facetten und verbringe meine Zeit am Liebsten mit dem Ausprobieren neuer Rezepte, anregender Lektüre, im Garten oder mit kreativen oder lustigen Menschen. Meine Entdeckernatur verlangt danach, dass ich gerne neue Landstriche kennenlerne. Die müssen aber gar nicht weit weg sein.
Mein Angebot:
Als Natur- und Landschaftsfotografin unterstütze ich naturliebende Menschen und Betriebe dabei, ihre
Verbundenheit zur Natur visuell zu verdeutlichen: in Form von Printprodukten und Bildlizenzen aus den Bereichen Natur, Landschaft, Land- und Gartenleben. Und
ich fotografiere gerne Gärten und Bauernhöfe.

Kommentar schreiben